Ausschnitt aus Liebeskinder, gelesen von Jana Frey


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13 Fragen, 13 Antworten

Bücherkinder

 

  1. Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben?
    Das ist ganz unterschiedlich – zwischen einem Tag und einem Jahr. Manche Bücher schreibe ich blitzschnell und für andere brauche ich länger. Das ist abhängig von meiner Tagesform, von der Länge der Geschichte, vom Trubel um mich herum und von der Leichtigkeit oder Schwere, die das jeweilige Buch mit sich bringt.
  • Wissen Sie am Anfang der Geschichte schon, wie sie enden wird?
  1. Oft weiß ich es nicht, obwohl die Verlage es natürlich lieber sähen, wenn ich immer schon eine feste Vorstellung und einen festen Plan zu meinen Texten hätte. Aber ich lasse mich gerne selbst davon überraschen, was die Figuren in meinen Büchern erleben wollen oder wohin es sie treibt. In solchen Momenten ist das Schreiben fast wie das Lesen eines Buches. Ich schreibe und staune manchmal selbst über das, was geschieht. Meine Figuren leben, solange ich an einem Buch schreibe, Seite an Seite mit mir, und wir gehen gemeinsam durch die Geschichte. Hand in Hand, sozusagen.
  2. Wo bekommen Sie die Ideen für Ihre Bücher her?
    Meine Ideen entstehen in meinem Alltag. Ich habe vier Kinder, mit den beiden Großen bin ich viel unterwegs, und die beiden Kleinen sind muntere, einjährige Zwillinge. Außerdem gibt es da noch unsere Dalamtinerhündin Luzie und unser verrücktes, vollgestopftes Haus, das in einem urwaldartigen, wilden Garten steht. Die Ideen zu meinen Büchern wirbeln von allen Seiten auf mich ein. Oft komme ich mit dem Aufschreiben gar nicht schnell genug nach!
  3. An welchem Ort schreiben Sie?
    Meistens schreibe ich in meinem Arbeitszimmer, von dem aus ich einen schönen Blick in unseren Gartenurwald habe. Ich bin dabei umgeben von vielen, vielen, vielen Büchern in vielen, vielen, vielen Bücherregalen um mich herum, und von Luzie, die neben mir in ihrem Hundekörbchen liegt und schläft und träumt und mit den Pfoten scharrt. Manchmal schreibe ich aber auch im Café, im Zug, im Flugzeug, auf meiner Lieblingswiese im Wald oder in einem Hotelzimmer (wenn ich auf Lesereise bin).
  4. Welches Ihrer geschriebenen Bücher ist Ihr persönlicher Liebling?
    Das wechselt immer mal wieder. Natürlich mag ich meine Bücher alle gerne, aber es gibt doch bestimmte Persönlichkeiten in den unterschiedlichen Geschichten, zu denen ich ein ganz besonderes Verhältnis habe. So eine Figur ist zum Beispiel der wilde, manchmal böse und manchmal gute “Adam” aus meinem Roman “Die vergitterte Welt”. Und dann sind da noch “Ana” und ihrer Familie aus meinem Buch “Ich, die andere”. Ana bin ein bisschen ich. Und Ana ist ein bisschen meine älteste Tochter. Und ihre Familie ist so eine wundervolle Familie, wie ich sie meinen Kindern gewünscht hätte. Eine meiner liebsten Figuren ist dann noch der kleine “Onkel Giovanni” aus “Frido XXL”, einem Buch über einen sehr dicken Jungen, der es schwer im Alltag hat und dem besagter Onkel Giovanni und “Tiffany” (eine weitere kleine Person, die ich sehr gerne habe) dabei helfen, mutiger und glücklicher zu werden.
  5. Was wollten Sie als Kind gerne werden?
    Schon ganz früh, nämlich mit 4 Jahren, fasste ich den festen Plan, Schriftstellerin zu werden. Ich hatte damals gerade Schreiben und Lesen gelernt und schrieb wild und glücklich drauflos. Meine erste “große” Geschichte (ich habe sie heute noch) trug den viel sagenden Titel “Der Kwatsch” und brachte es auf 14 Fortsetzungen. Meine Klassenkameraden in der ersten Klasse freuten sich jede Woche auf eine neue Anekdote. : )
  6. Waren Sie früher in der Schule gut in Deutsch?
    Ja, Deutsch war, durch sämtliche Schuljahre hindurch, mein allerbestes (und allerliebstes) Schulfach! Ich liebte es, Aufsätze zu schreiben und ich liebte dabei besonders eine lustige Idee meiner großen, strengen, lauten, aber auch sehr lustigen Grundschullehrerin: Sie schrieb wahllos einige Wörter, die aber auch gar nichts miteinander zu tun hatten, an die Tafel und wir bekamen die Aufgabe, alle diese Wörter in einem freien Aufsatz so unterzubringen, dass hierbei eine spannende Geschichte entstand. Ich liebte diese Aufgabe. (Versucht es doch auch einmal. Denkt euch zu den Worten APFELMUS, SONNENAUFGANG, DACKELWELPE und BURGGRABEN eine schöne Geschichte aus! Oder lasst euch andere lustige Worte einfallen) : )
  7. An welches Buch aus Ihrer Kindheit können Sie sich besonders gut erinnern?
    Oh, an ganz viele! Ich habe Bücher regelrecht verschlungen. Ich liebte Astrid Lindgren und Erich Kästner und Christine Nöstlinger. Aber eines meiner allerliebsten Bücher war “Hilfe, die Herdmanns kommen”.
  8. Was lesen Sie gerade?
    Oh, ich lese im Augenblick “Die Ängstlichen” von Peter Henning. Und “Familienalbum” von Kate Atkinson. Und “Abschied von Eden” von Faye Kellerman. Ich lese immer ein paar Bücher gleichzeitig. Das habe ich schon als Kind getan und ich liebe es, von einem Buch ins nächste zu tauchen. Ich schreibe auch meistens mehrere Bücher gleichzeitig. Ein wildes Potpourri aus Gedanken und Erlebnissen.
  9. Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
    Das war am 6. März. Da haben meine beiden großen Kinder ihren aktuellen Kurzfilm in einem Mainzer Kino uraufgeführt. Er heißt “Eine Nacht im November”. Unter www.goblin-pictures.de könnt ihr in euch gerne auch einmal anschauen. Es war ein spannender, toller Abend, der allen viel Spaß gemacht hat. Die Geschichte, die dem Film als Vorlage diente, habe ich einmal vor vielen Jahren als Kurzgeschichte für die Anthologie “Du bist nicht wie wir” geschrieben. Meine Kinder haben einen fantastischen, anrührenden Film daraus gemacht.
  10. Was war der peinlichste Moment in Ihrem Leben?
    Ich habe lange über diese Frage nachgedacht, aber mir fiel beim besten Willen nichts wirklich Peinliches ein. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich ziemlich viel traue und nicht so schnell aus dem Gleichgewicht zu bringen bin. Ich war schon als Jugendliche ein bunter, fröhlicher Punk mit rosa und lila und grünen und blauen Haaren, ich trug immer zwei verschieden farbige Schuhe, ich war gerne laut und fiel gerne auf. Und so ist es bis heute geblieben. (Nur meine Haare färbe ich in der Zwischenzeit nicht mehr bunt. Das überlasse ich jetzt meinen Kindern.)
  11. Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?
    Mit Pippi Langstrumpf!
  12. Können Sie diesen Satz für uns beenden? Es war einmal …
    eine wunderschöne Villa Kunterbunt in einem fröhlichen, bunten, freien Land ohne Gewalt und Angst und Sorgen. Dort wohnte neben einem Meer aus Sonnenblumen und inmitten eines lichten, sonnigen Birkenwäldchens – und mit ein, zwei, drei freundlichen, grasenden Kamelen im wilden Garten – eine glückliche Kinderbuchautorin mit all ihren Kindern und hatte alle Zeit der Welt, eine Millionen wunderbare Ideen zu verwirklichen.